Schlagwort: Shanghai

  • China: Einzelhandel unter Druck

    China: Einzelhandel unter Druck

    Markenstores verlieren, Onlinehandel wächst

    Der chinesische Einzelhandel entwickelt sich 2026 deutlich verhaltener als in früheren Jahren. Von Januar bis Juli stiegen die Einzelhandelsumsätze mit Konsumgütern lediglich um 1,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im Juli lag das Plus sogar nur bei 0,6 Prozent. Damit bleibt der chinesische Konsummarkt zwar auf Wachstumskurs, die Dynamik ist jedoch gering.

    Besonders interessant ist der Blick auf die unterschiedlichen Vertriebsformen. Während Convenience Stores in den ersten sieben Monaten um 6,1 Prozent und Supermärkte um 3,8 Prozent zulegen konnten, verzeichneten klassische Warenhäuser einen Rückgang von 2,4 Prozent. Besonders deutlich fiel das Minus bei Marken- und Spezialgeschäften aus: Die Umsätze von Brand Stores lagen 9,3 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

    Neue Anforderungen an Marken

    Für internationale Marken bleibt China dennoch einer der wichtigsten und zugleich anspruchsvollsten Konsummärkte. Das aktuelle Zahlenbild zeigt, dass allein eine starke Marke oder ein prominenter Standort nicht mehr automatisch für Frequenz und Umsatz sorgen.

    Gefragt sind Store-Konzepte, die einen klaren Mehrwert gegenüber dem digitalen Einkauf bieten. Beratung, Inszenierung, Service, Community-Angebote und eine stärkere Verbindung zwischen Online- und Offline-Kanälen gewinnen damit weiter an Bedeutung.

    Gleichzeitig zeigt der Onlinehandel weiterhin eine höhere Dynamik. Im ersten Halbjahr 2026 stieg der gesamte chinesische Onlinehandel mit Waren und Dienstleistungen um 5,2 Prozent. Der Onlineverkauf von Bekleidung legte dabei um 6,2 Prozent zu.

    Der Store muss mehr leisten

    Für Retailer und Marken entsteht daraus eine klare Herausforderung: Der physische Store muss mehr sein als Verkaufsfläche. Er wird zum Ort für Markeninszenierung, Beratung und Erlebnis – und gleichzeitig zum Bestandteil einer zunehmend kanalübergreifenden Customer Journey.

    China bleibt damit ein hochinteressanter Retail-Markt. Gleichzeitig zeigt die aktuelle Entwicklung, wie schnell sich die Anforderungen verändern. Wer dort erfolgreich sein will, muss Formate, Flächen und Vertriebsstrategien kontinuierlich anpassen.

    Symbolbild: KI-generiert

  • Bubble Design für CICI Beauty

    Bubble Design für CICI Beauty

    Leichtigkeit als Raumkonzept

    CICI Beauty & Slimming in Shanghai zeigt, wie sich Markenidentität und Raumgestaltung zu einer eigenständigen Erlebniswelt verbinden lassen. Im Mittelpunkt des Store-Konzepts steht ein ungewöhnliches Gestaltungselement: goldene, schwebend wirkende „Bubbles“, die sich durch unterschiedliche Bereiche des Stores ziehen.Die Installation ist dabei weit mehr als reine Dekoration. Die Bubbles verbinden verschiedene Funktionsbereiche miteinander und schaffen gleichzeitig Orientierung, Dynamik und eine besondere räumliche Atmosphäre.

    Ein Raum aus goldenen Bubbles

    Die goldenen Bubbles sind an unterschiedlichen Stellen des Stores platziert und bilden eine Installation, die sich durch das gesamte Raumkonzept zieht. Unterschiedliche Formen und Größen verändern die Wahrnehmung des Raumes: Bereiche wirken weiter, leichter oder bewusst geschützter.

    Zusammen mit geschwungenen Linien, reflektierenden Oberflächen und einer zurückhaltenden Lichtgestaltung entsteht ein Raum, der Leichtigkeit vermittelt und zugleich eine klare visuelle Identität besitzt.

    Besonders interessant ist das Zusammenspiel zwischen offenen und geschlossenen Bereichen. Die Bubbles übernehmen dabei nicht nur eine gestalterische, sondern auch eine funktionale Rolle.

    Design mit klarer Funktion

    Die Gestaltung folgt nicht allein ästhetischen Kriterien. Verschiedene Bereiche des Stores erhalten durch Form, Licht und Material eine eigene Atmosphäre, bleiben aber Teil eines zusammenhängenden Gesamtkonzepts.

    Reflektierende Oberflächen verstärken die Wirkung der goldenen Elemente und lassen den Raum größer und lebendiger erscheinen. Gleichzeitig entstehen geschütztere Zonen, in denen Beratung und Behandlung in einer ruhigeren Atmosphäre stattfinden können.

    So wird aus einem dekorativen Gestaltungselement eine Orientierungshilfe, die den Kunden intuitiv durch unterschiedliche Bereiche führt.

    Retail als Erlebniswelt

    Das Projekt zeigt, wie Innenarchitektur im stationären Handel über reine Funktion hinausgehen kann. Gestaltung, Licht, Material und Raumführung werden zu Bestandteilen eines Markenerlebnisses.

    Gerade bei Beauty- und Lifestyle-Konzepten kann eine unverwechselbare räumliche Inszenierung dazu beitragen, eine Marke emotional erfahrbar zu machen. Der Store wird damit nicht nur zum Verkaufs- oder Behandlungsort, sondern zu einer eigenen Erlebniswelt.

    Symbolbild: KI-generiert

  • Eine Höhle voller Bücher

    Eine Höhle voller Bücher

    Landschaft als Inspiration

    In Guiyang hat das Architekturbüro X+Living für die Buchhandelskette Zhongshuge einen Buchladen geschaffen, der weit über die Funktion eines klassischen Stores hinausgeht. Inspiriert von der Landschaft der Provinz Guizhou verschmelzen Architektur, Inszenierung und Literatur zu einer atmosphärischen Erlebniswelt.

    Die gestalterische Idee greift die für Guizhou typischen Berge, Flüsse und Karstlandschaften auf. Daraus entsteht ein Raumkonzept, das nicht nur Bücher präsentiert, sondern Besucher vom ersten Moment an in eine eigene Welt eintauchen lässt.

    Eine Höhle aus Büchern

    Reihen von Bücherregalen scheinen wie Stalaktiten von der Decke zu hängen und spiegeln sich im dunklen Glasboden. Schiffartige Präsentationsflächen in der Mitte des Korridors verstärken den Eindruck eines geheimnisvollen Flusslaufs, der immer tiefer in das Innere der Buchhandlung führt.

    In der Reading Area laden kleine Leseplätze mit Tischen und Stühlen zum Verweilen ein. Felsartig gestaltete Regale wirken durch verspiegelte Decken und reflektierende Böden beinahe grenzenlos und verleihen dem Raum zusätzliche Tiefe.

    Über die Boutique Library gelangt man schließlich in den Lesesaal. Dort schafft eine warme, von Holz geprägte Gestaltung einen bewussten Kontrast zur spektakulären Inszenierung der übrigen Bereiche. So entstehen unterschiedliche Räume zum Entdecken, Lesen und Verweilen.

    Buchhandel als Erlebniswelt

    Das Projekt zeigt, wie Innenarchitektur im Handel weit mehr leisten kann als reine Funktion. Die Buchhandlung wird zu einem emotionalen Erlebnisraum, in dem Gestaltung, Atmosphäre und Bücher auf besondere Weise zusammenfinden.

    Damit wird der Store selbst zum Bestandteil der Geschichte: Architektur schafft Orientierung, weckt Neugier und macht aus dem Besuch ein Erlebnis, das über den eigentlichen Einkauf hinausgeht.

    HL

    Beitragsbild: KI-generierte Illustration