Prüfungsfenster „Einfach nachhaltig leben“

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31.07.2020

Leila Janssen, Auszubildende/Gestalterin für visuelles Marketing bei Leffers in Leer, überzeugt bei ihrer Abschlussprüfung mit einem durchdachtem Konzept und dessen konsequenter Umsetzung.

„Ich war schon immer interessiert an kreativen Dingen, wie z.B. malen und zeichnen. Deshalb habe ich zunächst auch ein Lehramtsstudium mit Schwerpunkt Kunst begonnen“, erinnert sich Leila Janssen an ihre persönliche Situation nach dem Abitur. „Dabei habe ich allerdings schnell gemerkt, dass ich gerne praktischer Arbeiten möchte. Da ich mich nicht nur für Kunst und Gestaltung interessiert habe, sondern auch immer sehr modeaffin war, hat mich der Beruf als Gestalter für visuelles Marketing bei Leffers sehr angesprochen“, begründet die 22-Jährige ihre Entscheidung das Studium abzubrechen und stattdessen eine Ausbildung im Bereich Visual Merchandising anzufangen.

Die Ausbildungsjahre bei Leffers beschreibt sie als „abwechslungsreich, spannend, teilweise auch sehr anstrengend aber insgesamt eine wirklich tolle und informative Zeit.“ Kein Grund also dem Lehramtstudium in Oldenburg nachzutrauern: „Es war auf jeden Fall die richtige Entscheidung die Ausbildung bei Leffers in Leer zu machen. Hier habe ich die Möglichkeit und Unterstützung bekommen mich kreativ auszutoben und meine Ideen zu verwirklichen. […] Ich habe in meiner Zeit als hier bei Leffers sehr viel gelernt und durch die Unterstützung meiner Abteilung während der Jahre auch viel für mich mitgenommen. Ich konnte mich weiterentwickeln und somit eine sehr gute Abschlussprüfung absolvieren“, schwärmt die aus Papenburg stammende, junge Kreative.

Nun, nach bestandener Prüfung, wird Leila Janssen bei Leffers als Gestalterin für visuelles Marketing arbeiten, sich jedoch weitere Optionen, wie ein Studium oder eine Weiterbildung als Fachwirt, offenhalten. „Ich denke, dass mein Weg hier noch nicht zu Ende ist. Letztes Jahr habe ich ein Auslandspraktikum auf Malta absolviert, was mir extrem gut gefallen hat. Deshalb überlege ich, vielleicht noch mal ins Ausland zu gehen und dort im Bereich Merchandising zu arbeiten, um noch mehr Erfahrungen zu sammeln.“

 

„Insgesamt habe ich für mein Prüfungsfenster etwa 36 Euro ausgegeben“

Wir haben Leila Janssen drei Fragen zu ihrem spannenden Konzept einer nachhaltigen Schaufenstergestaltung gestellt, das von den Prüfern mit „sehr gut“ bewertet wurde.

Retailbrandnews: Frau Janssen, herzlichen Glückwunsch zur bestandenen Abschlussprüfung und einem wirklich stimmigen Prüfungsfenster. War das Thema vorgegeben oder haben Sie es sich selbst überlegt?

Leila Janssen: Vielen Dank. Für die Abschlussprüfung waren zwei Themen vorgegeben. Das erste lautete „#stayhome“ und das zweite „Einfach…leben!“. Ich habe mich für das zweite Thema entschieden und es ein bisschen abgewandelt. Da ich mit dem Thema „Einfach…leben!“ Bewusstsein für sich und seine Umwelt assoziiere, war mir schnell klar, dass ich das Thema Nachhaltigkeit in dem Fenster darstellen möchte.

Dadurch dass Nachhaltigkeit und umweltfreundliche Produktion in der Modebranche immer mehr an Wichtigkeit zunehmen, fand ich es gut, so ein aktuelles Thema nochmal aufzugreifen. Vielen Leuten ist es gar nicht bewusst, mit was für einem großen Anteil die Modeproduktion zur Umweltverschmutzung beiträgt. Somit wollte ich mit dem Konzept einen Appell an den Kunden richten, dass, wenn man nachhaltig Leben will, man auch nachhaltig tragen sollte.

 

RBN: Wie sind Sie an die Aufgabe herangegangen und wie würden Sie das Konzept des Fensters beschreiben?

Janssen: Zuerst habe ich meine Zielgruppe definiert. Ich wollte mit dem Fenster junge Frauen ansprechen, die gerne und impulsiv kaufen. Ich zähle mich selbst auch zu dieser Zielgruppe, wodurch ich mich selbst immer fragen konnte, ob mich das was ich grade überlege auch ansprechen würde.

Dann habe ich mir ein großes Moodboard erstellt mit Inspirationen zu Modetrends, Farbe, Material und einem Gestaltungsthema, dass meiner Meinung nach Nachhaltigkeit darstellt. Ich habe natürlich auch auf Pinterest und auf Social Media nach Inspirationen geschaut. Als ich dann eine klare Idee hatte, wie mein Prüfungsfenster aussehen soll, habe ich das Fenster skizziert und später eine Reinzeichnung angefertigt.

Besonders wichtig war mir ein Konzept zu erstellen, dass in sich harmoniert und stimmig ist. Ich wollte eine Szene mit einem Outdoor-Thema darstellen, dass eine gemütliche und harmonische Atmosphäre vermittelt, dem Kunden jedoch genug Interpretationsfreiraum lässt für seine eigenen Erfahrungen und Erinnerungen. Somit sind alle Materialien aufeinander abgestimmt und die Ware auf den Figuren bestmöglich in Szene gesetzt.

 

RBN: Welche Materialien haben Sie verwendet und warum?

Janssen: Normalerweise steht jedem Prüfling für die Gestaltung des Fensters ein gewisses Budget zu. Ich dachte mir aber „Wenn ich jetzt Unmengen an Geld für das Fenster ausgebe, ist es dann wirklich so nachhaltig?“ Also habe ich alles an Deko-Material was wir noch im Lager hatten, für mein Fenster genutzt.

Ich habe zum Beispiel einen Korbstuhl und einen Korbtisch verwendet, da diese mit dem Flechtmuster perfekt zu der Ware gepasst haben, die ich vorab rausgesucht hatte. Außerdem hatten wir noch einen hell- beigen Leinenstoff, den ich zum Bespannen meiner Bodenplatten verwendet habe. Daraus habe ich auch noch einige Kissen genäht und auf dem Stuhl platziert.

Für den Blickfang der Gestaltung habe ich eine Korkplatte verwendet. Ich habe mich für Kork entschieden, weil dieser leicht zu verarbeiten ist und optisch perfekt mit der Gesamtgestaltung meines Fensters harmoniert. Außerdem ist Kork ebenfalls ein nachhaltiges und umweltfreundliches Produkt, wodurch es thematisch ebenfalls bestens zu meinem Konzept passt. Alles in allem habe ich für mein Prüfungsfenster ca. 36 Euro ausgegeben.

 

Fotos: Leffers

PK