22.07.2020

Als Hilfe für den niedersächsischen Einzelhandel in Corona-Zeiten senken Landesregierung, Kirchen und Verbände dieses Jahr die Hürden für eine Sonntagsöffnung. Jede Kommune darf vier verkaufsoffene Sonntage abhalten, was dem Gesetz entspricht. Anlass können ausnahmsweise aber auch kleinere Veranstaltungen oder Märkte sein. Laut Gesetz dürfen Geschäfte sonntags nur zu großen Volksfesten oder Messen öffnen, von denen in diesem Jahr aber viele ausfallen. Auf die Ausnahmeregel verständigte sich am Mittwoch ein Runder Tisch zu Sonntagsöffnungen, wie das Wirtschaftsministerium in Hannover mitteilte.

Zustimmung von den Unternehmer- und Kommunalverbänden – Kritik von der FDP

„Dies schafft einen Anreiz für die Kunden und ist eine große Chance für den Einzelhandel“, sagte Minister Bernd Althusmann (CDU). Zustimmung kam von Unternehmer- und Kommunalverbänden. Aber auch Kirchen und Gewerkschaften, die sonst auf die Sonn- und Feiertagsruhe pochen, schlossen sich an. „Das fällt uns nicht leicht. Aber wir können nachvollziehen, dass jetzt nichts unversucht gelassen werden soll, um Arbeitsplätze zu sichern“, sagte die evangelische Oberlandeskirchenrätin Kerstin Gäfgen-Track. Die oppositionelle FDP kritisierte, dass es bei vier Sonntagen bleibt.

Wegen der Corona-Beschränkungen hatten die niedersächsischen Städten in der ersten Jahreshälfte kaum verkaufsoffene Sonntage veranstaltet. Den Beteiligten am Runden Tisch war deshalb klar, dass es in den kommenden Monaten besonders viele örtliche Sonntagsöffnungen geben könnte. Die stillen Feier- und Gedenktage Allerheiligen (1.11.), Volkstrauertag (15.11.), Totensonntag (22.11.) sowie die Adventssonntage bleiben aber ausgenommen.

Quelle: dpa