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28.07.2021

Die ausgebildete Gestalterin für visuelles Marketing hat vor kurzem ihre eigene Agentur „Style for Sales“ gegründet.

„Visual Merchandising als Dienstleistung ist eine gute und nicht unbezahlbare Möglichkeit, sich sein Unternehmen und seine Waren bestmöglich in Szene zu setzen“, so das Credo von Julia Kinze.

Es besteht großer Bedarf an VM-Leistungen

Speziell im Hinblick auf die Zeit nach der Corona-Krise sieht die gebürtige Ravensburgerin in ihrem Arbeitsbereich viel Bedarf, auch wenn ihr klar ist, dass das Berufsfeld für Visual Merchandiser auch vor der Pandemie nicht immer einfach war: „Viele Firmen haben sich das einfach ´weggespart´“, so die Erkenntnis der gelernten Gestalterin für visuelles Marketing, die ihre Ausbildung ganz klassisch in einem großen Unternehmen mit Sport- und Modehäusern absolviert hat.

„Ich schätze den Bedarf gerade für die Zeit nach Corona schon sehr groß ein, da es nun darum geht, sich neu aufzustellen und sich bestmöglich zu präsentieren, um Verlorenes wieder aufzufangen und für die Zukunft gut aufgestellt zu sein“, so Julia Kinzes optimistischer Blick in die Zukunft.

Von H&M zu Bugatti und Mammut

Nach ihrer Ausbildung wechselte Kinze als Instore Visual Merchandiserin zu H&M, wo sie jedoch lediglich ein halbes Jahr blieb, da sich ihr die Gelegenheit bot, als Area Visual Merchandiserin für bugatti shoes zu arbeiten. Über ASICS (Aufbau Bereich VM) und Mammut (VM Trainerin) führte ihr Weg schließlich zu Peter Kaiser Schuhfabrik, wo sie bis zur corona-bedingten Insolvenz des Unternehmens als Visual Merchandising und Retail Managerin tätig war.

Schritt in die Selbstständigkeit

Und jetzt scheint es beinah so, als sei der nun erfolgte Schritt in die Selbstständigkeit die logische Konsequenz oder anders formuliert, das nächste Level im Verlauf von Julia Kinzes Karriere als Expertin für visuelles Marketing. „Nach der Insolvenz meines Arbeitgebers habe ich beschlossen Style for Sales zu gründen, um meine erlangten, umfangreichen Kenntnisse als Dienstleistung zur Verfügung zu stellen.

Ich bin nicht auf eine Produktgruppe spezialisiert. Von der Mütze bis zum Schuh kann ich alles in Szene setzen“, erklärt sie selbstbewusst und ergänzt: „Gerade die Herausforderungen ´nach´ Corona haben mich zu der Entscheidung bewogen, diesen – speziell für Händler – wichtigen Bereich als Dienstleistung anzubieten, vor allem da der Bedarf an Um- und Neugestaltung aus meiner Sicht hoch ist und viele Unternehmen sich diesen Bereich leider einsparen.“

Individualität beim Gestalten

Auf die Frage nach ihren Stärken bzw. Markenzeichen führt die Visual Merchandiserin, die ihre Freizeit gerne in den Bergen, am Meer oder einfach bei einem Glas Wein mit ihrem Partner auf der Terrasse verbringt, vor allem ihre „Individualität beim Gestalten“ ins Feld. „Ich hebe mich mit meiner Dienstleistung von der grauen Masse ab und erarbeite stets sehr individuell in Zusammenarbeit mit meinen Kunden gestalterische Elemente, ganz nach den Bedürfnissen der Branche, dem Umfeld und den Anforderungen meiner Kunden“, so die erfahrene Kreative.

Julia Kinzes Ziel ist es nach eigenen Angaben, Gestaltungen umzusetzen, vor denen die Kunden gerne verweilen, weil es im Fenster „knallt und es ein echter Hingucker ist“. Und weiter: „Ich bin selbst ein emotionaler Mensch. […] Wenn mich etwas emotional anspricht durch die Gestaltung bzw. die Präsentation, dann kauft man auch mal etwas, von dem man eigentlich nicht vorhatte es zu kaufen.“

Visual Merchandiserin der alten Schule

Emotion lautet also das Erfolgsrezept der einstigen VM und Retail Managerin bei Peter Kaiser Schuhfabrik. Moderne Technologien, Digitalisierung und KI spielen für sie dagegen (derzeit) eher eine untergeordnete Rolle. „Ich bin Visual Merchandiserin der alten Schule, setze Technologie nur bei Bedarf ein und nutze Digitalisierung hauptsächlich, um mich weltweit über Trends zu informieren, die ich dann in der Gestaltung vor Ort zum Einsatz bringe.“

Anders sieht es da schon beim Thema Nachhaltigkeit aus. Ein Bereich, der auch für Julia Kinze kontinuierlich an Bedeutung hinzugewinnt, wie sie selbst sagt: „Die von mir verwendeten Materialien und Gestaltungselemente suche ich natürlich möglichst nach umweltfreundlichen Maßstäben aus. Leider ist dies oft noch eine Preisfrage und im Bereich des Visual Merchandisings noch nicht so sehr im Einsatz. Soweit es möglich ist, es zu realisieren, ist dieses Thema aber auch für mich in meiner täglichen Arbeit immer mehr von Wert.“

 

Text: Helmut Lippl

Beitragsfoto: Studioline