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22.02.2021

Head of Visual Merchandising bei der Olymp Bezner KG in Bietigheim-Bissingen.

Alles begann mit einer klassischen Lehre zur Einzelhandelskauffrau bei der Kaufhof Warenhaus AG am Filialstandort Freiburg im Breisgau. Schon während der Ausbildung fand Jasmin Nüchtern nach eigenen Angaben „großen Gefallen an der Wirkung, welche die optische Verkaufsförderung hat“ und hatte dementsprechend „viel Freude an der Umsetzung ansprechender Produktpräsentationen und den sich bietenden Möglichkeiten der attraktiven Markeninszenierung“. Schnell war für Jasmin Nüchtern klar, dass hierin ihre wahre Passion liegt. „Seitdem hat mich das Visual Merchandising nicht mehr losgelassen und übt mit seiner Vielseitigkeit nach wie vor eine hohe Faszination aus“, bilanziert sie begeistert.

Über die Esprit Europe GmbH in Ratingen und s.Oliver im fränkischen Rottendorf führte Jasmin Nüchterns Weg 2018 schließlich zu OLYMP. „Nach 13 Jahren System-Flächenbewirtschaftung hat mich die Suche nach einer neuen Herausforderung in einem Unternehmen, das großen Wert auf Markenführung legt und dabei den Aspekt Visual Merchandising stärker zu etablieren beabsichtigt, schließlich hierhergeführt“, begründet die VM-Expertin ihren Wechsel.

Zu ihren Hauptaufgaben zählt die Schaffung einer schlagkräftigten Visual-Merchandising-Struktur, die einen einheitlichen Markenauftritt an sämtlichen Touchpoints sicherstellt. „Es ist ein sehr vielfältiger Aufgabenbereich und ich bin in zahlreiche Abstimmungsprozesse mit diversen Abteilungen und Schnittstellen eingebunden, wodurch ich sehr viel über die Anforderungen aus anderen Bereichen erfahre“, zeigt sich Jasmin Nüchtern mehr als zufrieden mit ihrer aktuellen Position, die neben der Führung und Weiterentwicklung eines „kleinen aber überaus leistungsstarken Teams“ auch die Erstellung von VM-Guidelines, die Ausarbeitung und Umsetzung von Showroom-Ausstattungen, Messedekorationen, Schaufensterkonzepte sowie die ansprechende Gestaltung von Verkaufs- und Repräsentationsflächen umfasst.

Als eine ihrer „Lieblingsaufgaben“ bezeichnet die Leiterin der Visual Merchandising Abteilung von OLYMP die wiederkehrende saisonale Neugestaltung der Showrooms: „Hier bin ich nicht nur vom ersten Schritt an in die Konzeption eingebunden, sondern bringe mich mit meiner Erfahrung auch aktiv ein. Da kann es schon mal vorkommen, dass ein Möbelstück auf Grundlage einer von mir erstellten Skizze individuell gefertigt wird […] Es gibt kaum etwas, das mich mehr erfüllt als die erfolgreiche Vollendung eines Konzepts, von welchem am Ende alle begeistert sind.“

Eines dieser angesprochenen Konzepte war jüngst die Erweiterung und der Umbau des Düsseldorfer Showrooms. Laut Jasmin Nüchtern wurde hier in den letzten Wochen „mit enormem Engagement und Einsatzwillen aller Beteiligten ein wahres Prestigeprojekt realisiert“. Die erweiterten Casual-Flächen bieten seitdem optimale Möglichkeiten der Produktinszenierung.

Gefragt nach persönlichen Markenzeichen, nennt die erfahrene Visual Merchandiserin ohne Zögern ihre Hands-on-Mentalität. Im Büro hätten sich längst alle daran gewöhnt, dass sie permanent mit irgendwelchem Werkzeug in der Hand auf den Fluren unterwegs sei und sich nicht davor scheue, kräftig mit anzupacken.

Kräftig anpacken, das ist wohl auch das richtige Stichwort, wenn es um den Umgang der Modebranche mit der Corona-Pandemie geht, denn diese habe es laut Jasmin Nüchtern natürlich besonders hart getroffen und die Auswirkungen seien in allen Unternehmensbereichen spürbar. „Einmal abgesehen vom enormen wirtschaftlichen Schaden ist es für mich auch emotional sehr schmerzhaft zu sehen, wie die Läden wochenlang geschlossen bleiben müssen und kein Mensch die mit Herzblut entstandenen Kollektionen zu Gesicht, geschweige denn zu fassen bekommt. Ich hoffe sehr, dass sich die Lage rasch insoweit verbessert, als dass die Geschäfte wieder öffnen können und ein gewisses Mindestmaß an Normalität eintritt“, so die Hoffnung der passionierten Reiterin. „Durch meine Vorliebe für den Reitsport kann ich der bedrückenden Situation zumindest temporär in meiner freien Zeit davongaloppieren und Kraft schöpfen für meine Arbeit – die sprichwörtlichen PS, die ich anschließend auf die Straße bzw. in den Verkaufsraum bringen kann.“

Das aktuelle VM-Konzept von OLYMP basiert laut Jasmin Nüchtern auf einer freundlichen Raumgestaltung, Individualität, Übersichtlichkeit sowie hoher Flexibilität. Im Bereich des Mobiliars kommen Elemente aus unterschiedlichen Materialien wie Holz, Textil oder Stein zum Einsatz. Hinzu kommt die Integration digitaler und analoger Präsentationselemente, illuminierte Stoffbanner und weitere Dekorationsmaterialien, die um saisonale Komponenten ergänzt werden. Die Emotionalisierung erfolgt Großteils über die Bildsprache: „Der Hollywoodstar Gerard Butler verkörpert als Markenbotschafter in idealer Weise die Werte, aus denen OLYMP Produkte entstehen. Hierzu zählen Geradlinigkeit, Souveränität und kompromisslose Qualität. Die Attribute werden über die Werbemotive und -Videos nachdrücklich vermittelt.“

Neben digitalen Präsentationselementen setzt man bei OLYMP auf eine virtuelle Regalverlängerung sowie großformatige Bildmotive, um das Einkaufserlebnis zu steigern. Hierzu erklärt die Leiterin des Bereichs Visual Merchandising: „Die Digitale Transformation, die schon vor Corona in vollem Gange war, hat durch die Pandemie zusätzliche Schubkraft erfahren. Hierunter fallen nicht nur neue Arbeitsformen und Kommunikationstechnologien, sondern auch digitale Produktentwicklungen und Ausstellungsräume bis hin zur Teilnahme an virtuellen Messen.“

Als Head of VM eines global agierenden Unternehmens hebt Jasmin Nüchtern neben Fortschritten im Bereich der Digitalisierung vor allem aber auch die Corporate Responsibility hervor, die für OLYMP „weit mehr als nur ein Schlagwort“ sei: „Sie ist eine Haltung, die jeden Tag gelebt wird, gleichzeitig ist sie ein Leitprinzip, das fest in der Unternehmensstrategie verwurzelt ist. Das Nachhaltigkeitsprogramm beruht auf drei starken Säulen und hat dabei die gesamte Geschäftstätigkeit im Blick: vom zunehmenden Einsatz nachhaltiger Rohstoffe über die Umsetzung von Sozial- und Umweltstandards entlang der Lieferkette bis hin zum klimaneutralen Firmensitz.“

Auch was ihren persönlichen Verantwortungsbereich angeht, ist Jasmin Nüchtern voll des Lobes für ihren Arbeitgeber: „Ich habe das große Glück, für ein Unternehmen tätig zu sein, welches den Wert von Visual Merchandising erkannt hat und zu würdigen weiß und künftig weiter in dieses investieren will. Um die ständige Fortentwicklung meines Tätigkeitsspektrums ist mir deshalb nicht bange.“

 

Foto: OLYMP

HL