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11.08.2021

Ein RBN-Gespräch mit Frank Schnepf, CEO der VM-Agentur „Die Projekthelden“ zum Thema „Christmas-Forecast Fashion- und Sportfachhandel“.

Retailbrandnews: Herr Schnepf, Sie haben für den Fashion- und Sportfachhandel einen Forecast für die Christmas Saison 2021 entwickelt. Wie sieht dieser aus?

Frank Schnepf: Wir sind in zwei Richtungen gegangen. Für den Bereich Fashion sehen wir kräftige Farben, wie Violett oder tiefe Blautöne. Gleichzeitig wird uns das Thema Transparenz und Geometrie für Weihnachten stark begleiten. Wir sehen viele transparente oder semitransparente Materialien und geometrische Formen, die sich zu weihnachtlichen Elementen zusammensetzen. Dadurch entsteht ein klarer, frischer und neuer Weihnachtslook.

Für den Sportfachhandel sehen wir die Fenster cooler, aber auch verspielt. „Having fun“ ist das große Thema nach dem vergangenen Jahr. Somit wird man auch sehr verspielte, teilweise lustige Elemente im Schaufenster sehen, wie z.B. das überdimensionale Schneekugelspiel. Kombiniert mit Bewegung und Licht gestaltet man ein Highlight.

 

RBN: Was hat Sie zu diesem Konzept inspiriert?

Schnepf: Wir beschäftigen uns das ganze Jahr über mit verschiedenen Einflüssen aus Fashion, Interieur, Architektur und Kunst. In diesem Fall wurden wir inspiriert von transparenten Materialien, klarer Formgebung und verspielten Installationen. Wir nehmen hier viel auf und gestalten daraus die Themen für den Retailbereich.

 

RBN: Welche Materialien setzen Sie bei Ihren Konzepten ein?

Schnepf: Wir arbeiten überwiegend mit farbigem Acryl und Materialien, wie Karton oder Reboard.

 

RBN: Stichwort Nachhaltigkeit: Welche Bedeutung hat das Thema bei den Projekthelden im Allgemeinen und im Besonderen bei diesem Christmas Forecast?

Schnepf: Das Thema Nachhaltigkeit gewinnt natürlich immer mehr an Bedeutung bzw. ist es  selbstverständlich schon. Viele unserer Kunden setzen komplett auf ein nachhaltiges Konzept im Schaufenster.

Beim Christmas Forecast kommen Materialien, wie 100% recyceltes Acryl oder Schneekugeln mit Pappkern zum Einsatz. Insgesamt setzen wir auf Konzepte, die mehrere Saisons im Fenster gezeigt werden können und durch modulare Veränderungen dennoch immer einen neuen Look erhalten.

 

RBN: Welche Rolle spielen für Ihre Agentur bzw. Ihre Kunden die Themen Digitalisierung und Künstliche Intelligenz?

Schnepf: Der Handel wird durch die Digitalisierung und den technischen Fortschritt laufend verändert. Kunden kaufen immer mehr online statt in Geschäften. COVID ist hier Beschleuniger. Künstliche Intelligenz ermöglicht es nun On- und Offline- Geschäftsmodelle zu verschmelzen. Das war vor kurzer Zeit kaum vorstellbar. Viele Unternehmen nutzen diese Veränderungen, um nun näher an ihre Kunden heranrücken zu können.

 

RBN: Welche Strategie verfolgen Sie. Wie überzeugen Sie Ihre potentiellen Kunden von der Stärke Ihrer Agentur? Warum soll man die Projekthelden buchen?

Schnepf: Unser großer Vorteil ist, dass wir viele Leistungsbausteine abdecken, d. h. wir können ein 360-Grad-Paket bieten (Beratung – Konzept – Planung – Gestaltung – Digital – Produktion – Installation – Logistik), oder wir unterstützen die Kunden genau dort, wo gerade unsere Leistungen benötigt werden. Man beschreibt uns als „Möglichmacher“ – flexibel und lösungsorientiert, gepaart mit einem leidenschaftlichen Team, das sein Handwerk beherrscht. Auf Grund 20-jähriger Branchenerfahrung mit individuellen Projekten/Kampagnen unterschiedlichster Größenordnungen haben wir einen großen Erfahrungsschatz, den wir gerne unseren Kunden zur Verfügung stellen.

 

RBN: Wie setzen Sie Ihre Konzepte vor Ort um, wie sieht der Rollout aus?

Schnepf: Das ist meistens projektabhängig. Von unserem Standort aus werden die produzierten/entwickelten Produkte in unserer Projekthalle für den Rollout vorbereitet und je nach Bedarf, auch europaweit in einzelne Filialen versendet. Ausgehend vom Konzept und orientiert an den Gestaltungsrichtlinien übernehmen wir auch die Umsetzung am PoS. Hierzu gehören VM-Services genauso wie werbetechnische Leistungen und Montagearbeiten.

 

RBN: Auf welche Weise soll der Einzelhandel, gerade im Hinblick auf die Weihnachtsgestaltungen seine Kunden emotionalisieren?

Schnepf: Insgesamt geht es stärker denn je darum, den Kunden zum Lachen oder zumindest zum Schmunzeln zu bringen. Das gelingt durch verspielte Installationen oder übertriebene (auch überdimensionale) Looks. Zudem lassen sich im Schaufenster und auch Instore sogenannte „Selfie Traps“ gestalten, also Selfiepoints, die nicht offensichtlich sind. Das sind Kundenmagenete, die sich der Retailbereich viel mehr zu Nutzen machen sollte.

 

RBN: Welche Gestaltungstrends sehen Sie in der Zukunft?

Schnepf: Natürlich wird sich das Thema Nachhaltigkeit noch vertiefen. Es wird aber auch wieder lauter und mutiger in den Schaufenstern. Schrille Farben und übertriebene Dekoration werden zu sehen sein. Zudem wird die reale und virtuelle Welt immer stärker miteinander verschmelzen.

Und das Einbeziehen der Fassade, komplette Installationen zu gestalten und somit Selfiepoints anzubieten, wird ein sehr wichtiger Punkt sein. Dies kann z.B. auch in Zusammenarbeit mit lokalen Künstlern geschehen. Lokales Denken wird ein immer größeres Thema werden in den Konzepten, auch bei den großen Ketten.

 

RBN: Herr Schnepf, vielen Dank für das Gespräch.

 

Interview: Helmut Lippl

Beitragsfoto: Frank Schnepf. Fotos: Die Projekthelden

www.dieprojekthelden.de