03.07.2020

Am 30. Juni und 1. Juli waren die ISPO Re.Start Days der virtuelle Treffpunkt für die Sport- und Outdoor-Branche.

Die digitale Live-Konferenz vereinte Top-Sprecher mit Branchenteilnehmern – in mehr als 60 interaktiven Einzel-Sessions diskutierten sie gemeinsam über Zukunftschancen, neue Wege und Motivationsfaktoren. Teilnehmer aus rund 50 Ländern loggten sich ein, um die Möglichkeit zu nutzen, sich beim größten Branchenevent des Sommers auszutauschen.

Klaus Dittrich, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe München, zieht Bilanz: „Mit den ISPO Re.Start Days konnten wir unsere Versprechen einlösen: Wir haben der Branche eine Plattform geboten, bei der trotz der aktuellen Situation positive Signale und Aufbruchstimmung im Mittelpunkt standen. Der große Zuspruch beweist den Erfolg dieses Konzepts.“

Inspiration aus allen Bereichen von Sport und Outdoor

Zahlreiche Markenvertreter waren neben Sportlern bei der Veranstaltung dabei. Von Adidas, Adobe, Bluesign, Columbia Sportswear, Daimler Mobility, Deuter, Ebay, Intersport, Jack Wolfskin, Mammut, Oberalp Group, Saalfelden/Leogang, Schöffel, Sport 2000 und Sympatex kamen die Sprecher. Einblicke gabern die Teilnehmer, wie sie die vergangenen Monate erlebten, woraus sie neue Kraft und Motivation schöpfen und wie sie in die Zukunft blicken.

Christoph Engl, CEO der Oberalp Group, rief beim hochkarätig besetzten Industry Leader Panel zu Haltung auf: „Immer mehr Menschen wollen wissen, wofür wir stehen. Das können die Marken durch ihre Produkte ausdrücken. Die Kunden bilden durch den Kauf dieser Produkte eine Community und drücken dadurch ihre Meinung aus.“

Megatrends und der Einfluss der Corona-Krise

Wie hat sich die Sicht auf die globalen Megatrends „Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Gesundheit“ seit dem Beginn der Corona-Krise geändert? Die Teilnehmer konnten Anworten auf diese Frage durch die Teilnahme an verschiedenen Präsentationen und Fokus-Workshops bekommen.

Diesen Fokusthemen widmete sich Marcel Beaufils, Senior Project Manager, Rheingold Marktforschung in seiner Keynote „Vom Brand Purpose zum Branch Purpose“. Seine Hypothese für die Zukunft: „Gesund sein bedeutet resistent gegen Krisen zu sein. Dabei übernimmt Sport eine wichtige Rolle. Wer in der Krise noch Sport machen konnte, hat gemerkt, dass er noch die Kontrolle hat über sein eigenes Leben und über die Krise. Sport ist zum eigenen Krisenmanagementsystem geworden.“

Bei Deuter hat Corona Spuren hinterlassen – allerdings nicht ausschließlich negative, sagt Martin Riebel, Geschäftsführer der Schwan-Stabilo Outdoor mit den Marken Deuter, Maier Sports, Ortovox und Gonso. Der Lockdown war ein Schock gewesen. Gleichzeitig habe er dazu geführt, dass „wir unsere Vertriebspartner weltweit heute ganz anders informieren. Wir sind in 50 Ländern aktiv. Heute erreichen wir jeden einzelnen Vertreter aus den entferntesten Ländern digital. Wir schaffen es, die gleiche Botschaft bis zu jedem Mitarbeiter im Innendienst und in entfernte Regionen zu senden. Das sind Lerneffekte, die wir ohne Corona nicht gehabt hätten,“ zieht Riebel Bilanz.

Nachhaltigkeit in der Sport- und Outdoor-Branche

Peter Ottervanger, Head of Retail European Outdoor Group, beteiligte sich an einem interaktiven Workshop zu dem Thema: „Wie gelingt der Neustart?“ Er verdeutlichte noch einmal die Rolle der Nachhaltigkeit für die Outdoor-Branche: „Nachhaltigkeit ist essenziell für zukünftige Geschäfte in jedem Unternehmen.“

Jost Kobusch, seines Zeichens Extrembergsteiger, beschäftige sich während der vergangenen Monate intensiver mit dem Thema Nachhaltigkeit: „Die ISPO Re.Start Days waren eine großartige Möglichkeit, die Entschleunigung zu nutzen und sich gleichzeitig mit anderen Experten auszutauschen und zu schauen, wie man wieder voll durchstartet. Für mich persönlich war das ein guter Zeitpunkt, um darüber nachzudenken, was ich genau tue.“

Austausch, Diskussion und Aufbruch

Die zahlreichen Fragen, Diskussionen und persönlichen Beispiele der Teilnehmer im Rahmen der einzelnen Sessions zeigten, dass Vernetzung und fachlicher Austausch einen wesentlichen Beitrag zum Neustart der Branche leisten.

Reiner Gerstner, Senior Vice President Marketing, Schöffel Sportbekleidung: „Es ist wichtig, dass sich die Branche, wenn nicht physisch, zumindest digital trifft und austauscht. Dass die Gemeinsamkeiten erkannt werden, und wir die vielen Möglichkeiten ansprechen, die wir in der Sport- und Outdoorbranche jetzt haben. Es hat mir ein gutes Gefühl gegeben, dass es viele positive Aspekte gibt, die die Branche gemeinsam nach vorne bringen, denn gemeinsam kann man immer mehr erreichen.“

Jochen Lagemann, Advisory Board Member OutDoor by ISPO, erkennt ebenfalls eine große Kommunikationsbereitschaft bei allen Teilnehmern der ISPO Re.Start Days: „Über 100 Top-Speaker, die dabei waren, das zeigt uns ganz deutlich, dass jeder gewillt ist, seine Lernerfolge mit allen anderen zu teilen. Das ist wertvoll. Man kommt langfristig nur mit Kooperation weiter.“

Die Vertreter der Sport- und Outdoorwelt starten optimistisch in eine starke und nachhaltige Zukunft der Branche. Die Zahlen, die der Präsident der European Outdoor Group, Mark Held, präsentierte, machen Mut. In einer Umfrage der European Outdoor Group (EOG) gaben 98 Prozent der Unternehmen an, dass sie die Krise überstehen werden. Ein wichtiges Fazit des EOG-Präsidenten: „Die Branche wird gestärkt aus der Krise hervorgehen.“

Im Abschlusspanel rief Kristine McDivitt Tompkins, Umweltschützerin und ehemalige Patagonia-CEO, die Branche dazu auf, Nachhaltigkeit und Umweltschutz zu forcieren, gerade jetzt sei es in diesen Bereichen „nicht ausreichend, gut zu sein. Wir müssen herausragend sein.“

Blick voraus: ISPO Munich 2021

Unterdessen laufen die Planungen für die ISPO Munich 2021 auf Hochtouren­­­­­­: Von 31. Janu­­­ar bis 3. Februar 2021 trifft sich die Sportwelt in München zur weltweit größten Messe des Sport Business.

www.ispo.com