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05.07.2021

Eine Einschätzung von Rudolf Pütz, CEO der Ansorg GmbH, zur Entwicklung der Beleuchtung im Retail.

Trotz der Umsatzeinbrüche verschiedenster Wirtschaftszweige in den letzten zwölf Monaten und den daraus resultierenden Spuren auf dem Arbeitsmarkt sorgt die Öffnung des Handels für reges Interesse bei den Bürgern. Die wiedergewonnene Freiheit beim Shopping wird von den Menschen richtig genossen. Wir beobachten drei große Entwicklungen mit Auswirkungen auf die Beleuchtung.

Gemeinsam genutzte Räume

Der zukünftige Erfolg von Einzelhandelsflächen hängt weiterhin von der Schaffung von Kundenerlebnissen ab. Eine innovative Verschmelzung verschiedener Bereiche, sowohl räumlich als auch inhaltlich.

Die Besonderheit dieser Symbiose wird jedoch nicht durch die einfache Zusammenlegung von Verkaufsflächen und der Positionierung von Produkten und Funktionen erreicht. Es geht um mehr. Zum Beispiel um die gemeinsame Nutzung von Markenwerten (Nachhaltigkeit), die gemeinsame Nutzung von Funktionen (Hospitality-Konzepte) oder die Schaffung gemeinsamer sinnlicher, emotionaler Erlebnisse.

Für die Beleuchtung bedeutet dies eine höhere Flexibilität, sowohl in Bezug auf das Lichtdesign als auch auf die tägliche Nutzung. Räume werden sich anpassen müssen und die Beleuchtung muss folgen, um eine produktzentrierte Inszenierung zu erhalten.

Teilbare Momente

Wenn Einkaufen zu einem Gefühl wird, ist es ein Erlebnis, das wir auch außerhalb des Ladens mit anderen teilen wollen. Im Internet gibt es zahlreiche Beispiele für Selfies, die in Umkleidekabinen mit schlechter Beleuchtung aufgenommen wurden.

Obwohl die Umkleidekabine ursprünglich entwickelt wurde, um stationären Einzelhändlern ein zusätzliches Verkaufsargument zu bieten, schrecken viele der heutigen Umkleidekabinen die Kunden tatsächlich von einem Kauf ab.

Eine Studie ergab, dass mehr als 40 Prozent der Verbraucher, die ein Geschäft mit der Absicht betreten, etwas zu kaufen, mit leeren Händen wieder gehen, weil ihnen die Umkleidekabine nicht gefällt bzw. sich nicht wohlfühlen.

Die Verbesserung der Beleuchtung ist einfach zu realisieren und macht oft einen großen Unterschied. Gerade im Wettlauf mit dem Online-Handel kann die gut ausgeleuchtete Umkleidekabine die Kaufentscheidung am PoS positiv beeinflussen.

Das Essen kommt nach Hause

Nach einer von „Mode“ geprägten Epoche erleben wir jetzt eine Renaissance von frischen Alltagsprodukten in den Innenstädten. Im Lebensmitteleinzelhandel sind eine Vielzahl von neuen Konzepten ausgerollt worden.

Alle Arten von Lebensmittelgeschäften, von neu definierten Convenience-Stores mit persönlichem Service über gebündelte Raumkonzepte und kuratierte Warensortimente bis hin zu traditionellen Supermärkten.

Sie errichten Läden in Premiumlagen, um das innerstädtische Einkaufen mit einem marktähnlichen Gefühl zu diversifizieren. Die Lichtplanung muss dabei die architektonischen Besonderheiten berücksichtigen.

Licht kann die Aufmerksamkeit von effizienzorientierten Pendlern auf sich ziehen, ein Gefühl von Ruhe und Konzentration in einer beengten Kassenzone schaffen und bestimmte Produktsortimente zu verschiedenen Tageszeiten akzentuieren, um die Bedürfnisse der Kunden zu berücksichtigen.

 

www.ansorg.com

Beitragsbild: Rudolf Pütz, CEO Ansorg. Foto: Ansorg

HL