This post is also available in: EN

11.11.2020

Seit dem 29. Oktober 2020 präsentiert das Costume Institute des Metropolitan Museum of Art (Met) die Ausstellung „About Time: Fashion and Duration“ und widmet sich darin 150 Jahren Mode, von 1870 bis zur Gegenwart. Die Sonderschau ist Teil der Feierlichkeiten zu Ehren des 150-jährigen Bestehens des größten Kunstmuseums der Vereinigten Staaten und ist noch bis zum 7. Februar 2021 zu sehen.

Anhand des Konzepts „la durée – the continuity of time“ des Philosophen Henri Bergson untersucht die Ausstellung auf welche Weise durch Kleidung Assoziationen erzeugt werden, die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander verbinden.

„About Time: Fashion and Duration betrachtet die flüchtige Natur der Mode und setzt Rückblenden und Vorspulen ein, um zu zeigen, dass sie sowohl linear als auch zyklisch sein kann“, sagt Max Hollein, Direktor von The Met. „Das Ergebnis ist eine Sonderschau, die eine differenzierte Abfolge der Mode im Verlauf der 150-jährigen Geschichte des Museums präsentiert“.

Andrew Bolton, der für das Costume Institute zuständige Kurator von Wendy Yu, erklärt: „Mode ist unauslöschlich mit der Zeit verbunden. Sie spiegelt nicht nur den Zeitgeist wider und repräsentiert ihn, sondern sie verändert und entwickelt sich im Laufe der Zeit und dient so als besonders sensible und genaue Uhr. Anhand einer Reihe von Chronologien nutzt die Ausstellung den Begriff der Dauer, um die zeitlichen Wendungen der Modegeschichte zu analysieren“.

Die Benefizveranstaltung des Costume Institute, auch bekannt als die „Met-Gala“, die ursprünglich für den 4. Mai 2020 geplant war, konnte aufgrund der globalen Gesundheitskrise in diesem Jahr nicht stattfinden. Die Veranstaltung dient als Hauptquelle für die jährliche Finanzierung von Ausstellungen, Publikationen, Ankäufen und Kapitalverbesserungen.

Über die Ausstellung

Die Ausstellung, die in der Iris and B. Gerald Cantor Exhibition Hall an der Fifth Avenue präsentiert wird, zeigt eine Zeitleiste mit 125 Kleidungsstücken seit 1870 – dem Gründungsjahr des Metropolitan Museum of Art. Die meisten der ausgestellten Objekte stammen aus der Sammlung des Costume Institute, einschließlich bedeutender Geschenke von Designern im Rahmen der 2020 Collections Initiative des Metropolitan Museum of Art und im Zusammenhang mit den Aktivitäten zum 150-jährigen Jubiläum.

Die Zeitachse entfaltet sich in zwei benachbarten Galerien, die als riesige Zifferblätter gefertigt und nach dem Prinzip von 60 Minuten Mode organisiert sind. Jede „Minute“ zeigt ein Paar Kleidungsstücke, wobei das Hauptwerk den linearen Charakter der Mode und das Nebenwerk den zyklischen Charakter repräsentiert. Zur Veranschaulichung von Bergsons Konzept der Dauer – die Vergangenheit koexistiert mit der Gegenwart – sind die Werke jedes Paares hinsichtlich Form, Motiv, Material, Muster, Technik oder Dekoration miteinander verbunden. So wird zum Beispiel ein schwarzes Prinzessinnenkleid aus Seide mit Faille-Linie aus den späten 1870er Jahren mit einem „Bumster“-Rock von Alexander McQueen aus dem Jahr 1995 gepaart. Ein schwarzes Seidensatinkleid mit enormen Bein- und Knopf-Ärmeln aus der Mitte der 1890er Jahre wird einem dekonstruierten Ensemble von Comme des Garçons aus dem Jahr 2004 gegenübergestellt.

Alle Kleidungsstücke sind schwarz, um vor allem die Veränderungen der Silhouette zu betonen. Außer am Ende der Ausstellung, wo ein weißes Kleid aus der Haute-Couture-Kollektion Frühjahr/Sommer 2020 von Viktor & Rolf, das aus upgecycleten Stoffen im Patchwork-Design hergestellt wurde, gezeigt wird. Dieses Kleid soll als Symbol für die Zukunft der Mode mit ihrer Betonung von Gemeinschaft, Zusammenarbeit und Nachhaltigkeit fungieren.

Vielzahl namhafter Designerinnen und Designer

Zu den Designern, deren Arbeiten in der Ausstellung zu sehen sind, gehören Virgil Abloh (für Off-White), Azzedine Alaïa, Jonathan Anderson (für JW Anderson und Loewe), Cristóbal Balenciaga, Boué Soeurs, Thom Browne, Stephen Burrows, Sarah Burton (für Alexander McQueen), Gabrielle Chanel, Christian Dior, House of Drecoll, Tom Ford (für Gucci), Mariano Fortuny y Madrazo, John Galliano (für Maison Margiela und John Galliano), Jean Paul Gaultier, Rudi Gernreich, Nicolas Ghesquière (für Louis Vuitton), Hubert de Givenchy, Georgina Godley, Madame Grès, Jacques Griffe, Halston, Johnson Hartig (für Libertine), Iris van Herpen, Marc Jacobs (für Perry Ellis, Marc Jacobs, und Louis Vuitton), Charles James, Victor Joris, Norma Kamali, Donna Karan, Rei Kawakubo (für Comme des Garçons), Patrick Kelly, Lamine Kouyaté (für Xuly.Bët), Christian Lacroix, Helmut Lang, Karl Lagerfeld (für Chanel), Jeanne Lanvin, Martin Margiela, Claire McCardell, Malcolm McLaren, Alexander McQueen, Issey Miyake, Kei Ninomiya (für Noir Kei Ninomiya), Norman Norell, Shayne Oliver (für Hood by Air), Rick Owens, Jean Patou, Elsa Peretti, Emile Pingat, Miuccia Prada, Paco Rabanne, Zandra Rhodes, Olivier Rousteing (für Balmain), Yves Saint Laurent (für Dior und Yves Saint Laurent), Elsa Schiaparelli, Raf Simons (for Dior and Jil Sander), Viktor Horsting und Rolf Snoeren (für Viktor & Rolf), Jun Takahashi (für Undercover), Gianni Versace, Madeleine Vionnet, Junya Watanabe, Weeks, Vivienne Westwood, und Yohji Yamamoto.

Gemäß den derzeitigen gesetzlichen Bestimmungen sind für den Eintritt in das Museum zeitlich festgelegte Tickets erforderlich, die unter metmuseum.org erhältlich sind.

 

Fotos: The Metropolitan Museum of Art