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22.03.2021

Deputy Communication & Interior Design Managerin bei IKEA und freiberufliche Visual Merchandiserin mit Leidenschaft für Motorräder, Wintersport und Afrikareisen.

„Entwicklung findet außerhalb der Komfortzone statt“, ist sich Andrea Maier sicher. „Ich hatte das Glück, mich ständig durch neue, zusätzliche oder unbekannte Herausforderungen entwickeln zu dürfen. Streckenweise ging´s nur mit harter Arbeit, viel Aufopferung sowie loyalen, starken Wegbegleitern.“

Deputy Communication & Interior Managerin bei Ikea

Seit März des vergangenen Jahres ist die gelernte Schauwerbegestalterin mit 80% bei IKEA angestellt und leitet dort seither als Deputy Communication & Interior Design Managerin ein 24-köpfiges Team. „Bei IKEA erfahre ich sehr viel Support und kann meine Leidenschaft im Vernetzen und servant Leadership mit einem sehr diversen Team anwenden und ausbauen. Noch im 13. Monat meines Onboardings lerne ich nach wie vor sehr viel“, lobt Andrea Maier ihren neuen Arbeitgeber und ergänzt: „Als Freelancer darf ich meine ´Freizeit´, das heißt die übrigen 20% Kapazität, beratend, strategisch, kreativ oder in klassischen Umsetzungen für kleinere Projekte einsetzen.“

Ausbildung bei Breuninger

Nach ihrer Ausbildung bei Breuninger wollte die Visual Merchandiserin, die in ihrer Freizeit gerne Ski fährt, Schneeschuh wandert oder auf ihrer Triumph Tiger unterwegs ist, nach eigener Aussage gerne „raus, die weite Welt und deren Möglichkeiten kennen lernen“. Gelegenheit dazu bekam sie in der Folge bei Levi´s, wo ihr zukünftiger Chef Stephan Bouren das Potenzial der damals erst 19-jährigen früh erkannt und an sie geglaubt habe. „Ich wurde kurzerhand mit Firmenwagen, Laptop Mobiltelefon und Kundenliste ausgestattet und dann auf die Händler losgelassen“, erinnert sich die VM-Expertin. „Ich wusste gar nicht, wie mir geschieht als ich voller Eindrücke und latent überfordert nach meinem ersten Arbeitstag bei Levi´s im September 2000 nach Hause gefahren bin.

Das war ein Haufen kaltes Wasser und ich denke noch heute: eine wirklich mutige Nummer seitens Levi´s. Im Nachhinein das Beste, was mir passieren konnte“, versichert die Outdoor-Freundin und Afrika-Liebhaberin, die auch in ihrer Freizeit nicht vor Herausforderungen zurückschreckt: „2015 hatte ich die Gelegenheit, den Kilimandscharo (höchstes Bergmassiv Afrikas, 5895 m. ü. NN., Anm. d. Red.) zu besteigen. Ohne gesundheitliche Beschwerden und  neun Tage am Berg ohne Annehmlichkeiten wie beispielsweise fließendes Wasser.“

Engagement bei Levi’s

In den ersten Jahren bei Levi´s war Andrea Maier hauptsächlich in Baden-Württemberg (Stuttgart, Mannheim und Freiburg) mit einem inhaltlich abwechslungsreichen Mix von Shop- und Store-Openings, Kundenbetreuung, Produkttrainings, Promotions- und speziellen Brand Window-Umsetzungen oder Messe- und Showroom-Gestaltungen beschäftigt. „Ich habe in meiner und zeitgleich DER Visual Merchandising-Anfangszeit des deutschen Retails erst einige Male improvisiert und dadurch auch sehr viel gelernt. Mit 23 Jahren landete ich bei s.Oliver als Coach in einer Trainer-Rolle, die sich aufgrund einer Umstrukturierung rasant zur Führungsaufgabe entwickelt hat. Bevor ich mich umsah wurde ich fachliche Vorgesetzte eines 20-köpfigen VM-Teams.“

Haltung zum Leadership

Beobachten, zusammenfassen, verbinden, annehmen, lernen, reflektieren, challengen, überdenken, erneuern, verbessern, langfristig denken, nachhaltig planen und handeln – all das sind Schlagworte, mit denen Andrea Maier versucht, ihre Haltung zum Thema Leadership und damit ihre vielseitigen Aufgaben zusammenzufassen. Am Ende, so die 39-jährige mit Vorliebe für Camping, Glamping und Urban Gardening, stehe und falle so vieles mit der Kommunikation, insbesondere, wenn es darauf ankomme, ein großes Team oder Projekt zu leiten. „Also stelle sicher, dass du weißt, wovon du redest. Und wenn du es nicht weißt (Trust me … keiner kann alles): dann bekenne Dich. Bestenfalls entsteht ein Team oder eine ´Arbeitsgruppe´, welche ehrlich die Arme hochkrempelt und wahrhaftig einen Flow bekommt.“

Eigenes Mindset

Nach Meinung der freiberuflichen Visual Merchandiserin, die neben Breuninger und Levi´s im Laufe ihrer Karriere auch schon für die Unternehmen s.Oliver, Burberry, Triumph (Wäsche), und Victorinox tätig war, könne man schon aus den kleinsten Erfolgen Erfüllung ziehen. Besonders motivierend erlebe sie Aufgaben, die trotz oder gerade aufgrund von Stolpersteinen auf dem Weg, gelöst werden und dann langfristig funktionieren. „Kontrollverlust? Schrecklich. Glücklicherweise erlebe ich den nur in Konstellationen lückenhafter Kommunikation, womit wir wieder beim Thema wären: Egal was Du tust … Du solltest eine saubere Basis schaffen und immer wieder darauf aufbauen. Das ist harte Arbeit und leckerer Denksport. Also gönn Dir Pausen aber lehne Dich nie vollkommen zurück – sondern nehme Deine soliden Säulen immer wieder nach dem Motto ´erneuern & verbessern´ unter die Lupe“, beschreibt Andrea Maier ihr eigenes Mindset.

Im Umkehrschluss äußerst sie sich kritisch über Menschen, die sie selbst als „CV-People“ bezeichnet: „Das sind meiner Meinung nach Personen, die auf kurzfristige Erfolge oder Jobtitel aus sind, Egotrips auf Kosten eines Teams ausleben und gerne Duftnoten setzen, anstelle wahrhaftiger Erfolge für ein Unternehmen zu fokussieren. Treffe ich auf eine ´CV-Person´ sieht man mich erst kämpfen, bevor ich loslasse.“

Entwicklung in der Zukunft

Was den eigenen Arbeitsbereich bzw. dessen Entwicklung in der Zukunft angeht, so geht die in der Schweiz lebende Freiberuflerin von zunehmender Digitalisierung und mehr Agilität aus: „Wenn der Kunde nicht mehr zu uns darf, kann oder möchte, werden neue Wege entstehen. Und neue Wege entstehen, indem man sie geht. Sustainability wird sich weit über Materialien hinaus im Mindset und Lifestyle manifestieren. Gleichzeitig erleben wir Schnelllebigkeit. Wer es zuerst schafft, den rasanten Zeitgeist innovativ und federführend mitzugestalten, dem werden weiterhin viele Türen im Retail offenstehen.“

Eigene Zukunftspläne

Auf persönliche Zukunftspläne angesprochen, bemüht Andrea Maier ein bekanntes Zitat, das da lautet: „Life is what happens when you´re buy making other plans“ und ergänzt: „Bisher kam fast alles anders als ich dachte und das ist gut so. Ich glaube, ich habe bekommen, was ich brauche und nicht das was ich suche. Manchmal wollte ich gar nicht … das war schon entschieden … dann habe ich mich doch darauf eingelassen und was wurde super! Also stellst sich für mich die Frage: Was lässt Du für deine Zukunft zu, wie lenkst Du ein und was machst Du daraus?“

 

www.andreamaier-vm.com

Beitragsfoto: Andrea Maier. Foto: Privat

HL