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06.08.2020

Leiterin der Abteilung für visuelles Marketing bei Leffers in Oldenburg

„Ich erzähle gern visuelle Geschichten und schmücke detailverliebt die Dinge aus. Das bin ich!“, verrät Adela Baffa über sich selbst und fügt hinzu: „Den meisten Spaß bringt es mir in einer Inszenierung auch mal unkonventionell zu sein und dem Betrachter ein Lächeln abzugewinnen! Schaufenster dürfen für mich nicht langweilig wirken. Ich habe den Anspruch, dass es beim Betrachter etwas auslöst, sonst stellt es mich nicht zufrieden.“

Aktuelles Schaufensterkonzept „Life is better at the beach“

Die aktuellen Schaufenster von Leffers in Oldenburg stehen unter dem Motto „Life is better at the beach“. Wer dabei automatisch an blauweiße Ringelmuster und Leuchttürme denkt, den muss die Leiterin der Abteilung für visuelles Marketing leider enttäuschen: „Wir haben gänzlich auf derartige Motive verzichtet, um die Fenster zeitgemäß und unique zu halten. Stattdessen haben wir Trockenblumen und Pampasgräser eingesetzt.“ Zeitgemäße Konzepte zu präsentieren ist laut Adela Baffa generell der Anspruch ihrer Abteilung: „Wir achten auf eine sensorische Gestaltung im Haus. Der Kunde soll mit den Augen erleben, mit dem Mund schmecken, an der Nase gekitzelt werden und mit den Händen fühlen – also wirklich ganzheitliche Konzepte“, so die im nordrhein-westfälischen Soest geborene Gestalterin. Dafür werden aktuell auch verstärkt moderne Technologien eingesetzt. Von Indoor-Screens, die zentral und zeitlich gesteuert werden können, über den humanoiden Botschafter „Pepper“ bis hin zur digitalen Eingangskontrolle. „Immer da, wo wir unseren Kunden einen Mehrwert bieten können, fokussieren wir unsere Aktivitäten. Die Einführung von ´Pepper´ stand dabei ganz im Zeichen unserer digitalen Transformation und wird dazu beitragen, das Einkaufserlebnis weiter zu emotionalisieren“, ist sich die erfahrene Visual Merchandiserin sicher.

Nachhaltigkeitsmaßnahmen im Unternehmen Leffers

Neben dem Einsatz moderner Technologien spielt bei Leffers auch das Thema Nachhaltigkeit eine immer größere Rolle. Laut Adela Baffa gibt es in diesem Zusammenhang eine Vielzahl von Maßnahmen, die bereits umgesetzt wurden und weitere, die gerade in Entwicklung sind. „Weil wir uns unserer ökologischen Verantwortung bewusst sind, haben wir bereits Klima- und Lüftungstechnik erneuert und damit den CO2-Ausstoß gesenkt. Auf einigen Geschäftshäusern haben wir Photovoltaik-Anlagen installiert und wir haben Blockheizkraftwerke eingebaut. In nahezu allen Verkaufsetagen haben wir den Bestand der vorhandenen Beleuchtung gegen stromsparende LED-Strahler ausgewechselt, die keine Wärme abstrahlen. Darüber hinaus setzen wir beispielsweise Geschenkkarten aus Zellulosestoffen und Tragetaschen ein, die mit FSC-Label zertifiziert sind. Unsere Stoffdrucke für Spannrahmensysteme werden auf recyceltem Material gedruckt und sind lösungsmittelfrei!“

Von der Textilverkäuferin zur Abteilungsleiterin Visuelles Marketing

Adela Baffa selbst arbeitet bereits seit vielen Jahren für Leffers. Schon nach dem Ende ihrer Ausbildung zur Schauwerbegestalterin im Jahr 1995 trat sie eine Stelle bei der Firma Lott in Lippstadt an, einem familiengeführten Unternehmen der Leffers-Gruppe. Nach einigen erfolgreichen Jahren als Schauwerbegestalterin bot man ihr die Position der stellvertretenden Abteilungsleiterin für den Bereich Dekoration/VM an und kurz darauf auch die Leitung der gesamten Abteilung im Haus.

Nach insgesamt 22 Jahren in Lippstadt wechselte Adela Baffa dann nach Oldenburg. „Durch die Zusammenarbeit mit den anderen Filialen seit 2010 baute sich über die Jahre eine enge Verbindung auf, die mich 2017 zu einem Standortwechsel und zu einem neuen Aufgabenfeld für meinen Verantwortungsbereich führte“, erinnert sich die Gestalterin für visuelles Marketing, die laut eigener Aussage schon früh erkannte, dass sie in dieser Branche arbeiten wollte: „Nach meinem Praktikum als Schauwerbegestalterin wusste ich bereits in der neunten Klasse, dass ich genau das lernen möchte! Leider gab es damals kaum Ausbildungsplätze und es hieß, dass dieser Beruf vom Aussterben bedroht sei. Ich habe daher erst einmal eine Ausbildung im Verkauf gestartet, um zu überbrücken. Aufgeben kam für mich nicht in Frage.“ Zwei Jahre später besuchte Adela Baffa dann die Fachoberschule für Gestaltung. Mit 23 Jahren begann sie bei Lott in Lippstadt, wo sie trotz „handwerklicher Defizite“ überzeugen konnte. „Dort lernte ich die Inszenierung von Schaufenstern und Dekorationspunkten“, so die Kreative, die ihre Freizeit gerne mit Kochen, Verreisen und „all den Dingen, die die Welt schöner machen“ verbringt.

Vorfreude und Lampenfieber bei der Umsetzung wichtiger Saisonkonzepte

Auch heute, nach vielen Jahren Berufserfahrung als Gestalterin für visuelles Marketing, ist für Adela Baffa nach wie vor jedes einzelne Saisonkonzept eine spannende Herausforderung, denn: „Zu Beginn eines jeden Konzepts liegt erst einmal ein weißes Blatt vor uns. Die Planungs- und Konzeptionsphase bedeutet viel Theorie und das endgültige Ergebnis stellt sich dann vor Ort in der Umsetzung heraus. Wenn die Einbauten angeliefert werden und die Umsetzung erfolgt, habe ich dabei immer mehrere Tage Lampenfieber, ja fast Adrenalin.“ Manch erfolgreiches Konzept bleibt dabei besonders in Erinnerung: „Für die Inszenierung unserer Birkenstock Schuhe habe ich, passend zu unserem F/S Konzept, einen Dschungel mit echten Pflanzen geplant. Die Umsetzung dazu erfolgte im Herzen des Hauses, unserem Lichthof. Wir haben aus der Birkenstock-Kampagne große Images produzieren lassen, die sich clean und pur darstellten. Im Kontrast dazu stand die 50 qm große Fläche, üppig gefüllt mit exotischen Pflanzen und Palmen, die über alle Etagen zu sehen waren. Die Lichteffekte in Grün und die extreme Höhe der Pflanzen war gigantisch! […] Das war wie ein Mini-Urlaub mitten in unserem Haus. Einfach großartig!“

Besagte Saisonkonzepte werden im Vorfeld zusammen mit den Kolleginnen der anderen vier Leffers Häuser erarbeitet. In der Folge erstellt die Leiterin der Abteilung für visuelles Marketing in Oldenburg dann ein Moodboard, mit dem alle fünf Filialen arbeiten können. Natürlich hat jedes einzelne Haus seine eigene DNA und so ist es an Adela Baffa, diese Individualität für den Oldenburger Standort herauszuarbeiten. „Die Einbauten zu den Schaufenstern bauen wir zum Teil selbst und lassen auch individuell Objekte anfertigen. […] Um unsere Konzepte abzurunden, kaufen wir Artikel auf Fachmessen für Dekoration und Lifestyle ein. Wir besuchen aber auch Modemessen und verbinden diese dann mit einem Städtetrip. So erhalten wir einen Eindruck vom Lifestyle der jeweiligen Städte, der dort auf den Straßen zu sehen ist“, beschreibt Adela Baffa die vielseitigen Aufgabenbereiche ihres Jobs.

Die Krise als Chance betrachten

Der aktuellen Ausnahmesituation versucht die erfahrene Gestalterin mit möglichst viel Optimismus zu begegnen: „Ich muss sagen das es mir überraschend viel Positives gebracht hat, obwohl die Pandemie ein harter Schlag für unsere Branche ist. Die viele Zeit hat mir Raum gegeben, um die Dinge noch bewusster und noch bodenständiger zu sehen und mit Entscheidungen umzugehen, die unverhofft kommen und ungewiss sind. Es hat mir gezeigt das Solidarität und Gemeinschaft immer noch ein starker Motor sind. Das motiviert und macht erfinderisch!“ Auch im Kontext pandemie-bedingter beruflicher Herausforderungen versucht Adela Baffa positiv zu bleiben: „Eine Krise ist auch immer eine Chance und so werden wir gemeinsam die Dinge auch umsetzen. Am Anfang meiner Berufsjahre war es gang und gäbe Konzepte aus bestehenden Materialien immer wieder neu zu erfinden, daher wird es sich für unseren Bereich gut entwickeln, auch wenn wir von harten Sparmaßnahmen betroffen sind. Das fordert mehr Kreativität und das ist doch auch gut!

Auf konkrete Zukunftspläne angesprochen, reagiert Adela Baffa mit einem Lächeln: „Ich bin ein Bauchmensch und nehme die Dinge wie sie kommen. Dabei ist mir Loyalität aber sehr wichtig. Solange ich morgens aufstehe und mich auf den Tag freue, mache ich das, was ich heute tue, bis zum Schluss!“

 

Fotos: Leffers

PK